Feeds:
Artikel
Kommentare

Von der „Jämmerlichkeit ewiger Zoobesuche“

Wenn Vater und Tochter Silvester gemeinsam mit Freunden auf Sylt verbringen, klingt das nach einem harmonischen Jahreswechsel. Doch die Stimmung ist verhalten, wie auch das Verhältnis der beiden zueinander. Die 13-jährige Annika lebt seit der Trennung ihrer unverheirateten Eltern bei der Mutter. Ihr Vater Peter sorgt sich zwar um sie, hat aber kein Recht auf Sorge. Kontakt gibt es nur, wenn die Mutter es will. Peter liebt seine Tochter, aber aus dieser Liebe wird oft Angst vor Fragen und der ewigen Anklage: „Du warst nie da, wenn irgendetwas passiert.“

Die Ohnmacht, bei allem außen vor zu sein, lässt Peter glauben, ein Rabenvater zu sein: „Man wird die Schuld nicht los, so viel man davon auch auf sich nimmt.“ Am Silvesterabend eskaliert die Situation. Aus angestauter Wut wird Gewalt. Es folgen Erklärungen, die keine Rechtfertigung sein können, wohl aber tiefe Einblicke in das Leben eines Vaters geben, der keiner sein darf.

Skispringen in Jena

Ein wenig kurios ist das schon. In der zweitwärmsten Stadt Jenas soll man Skispringen können? In den 1950er Jahren hat man doch tatsächlich begonnen, hier eine Sprungschanze zu bauen. Den Schanzentisch kann man noch heute bestaunen. Wieder einmal mehr führte uns das Geocaching an einen Ort, den wir sonst wohl nie gefunden hätten.

Infos

Als ich das Buch „Die Schuld der Mitläufer: Anpassen oder Widerstehen in der DDR“ in den Händen hielt, war mein erster Gedanke: Noch ein Buch zu einem Thema, das doch abgehakt ist. Die Autoren der Textsammlung sind altbekannt. Erich Loest und Stephan Krawczyk kommen zu Wort, Wolf Biermann, Freya Klier und Lutz Rathenow dürfen nicht fehlen. Doch schon nach den ersten Texten wurde mir klar, dieses Buch ist anders, denn hier kommen mitgelaufene Stehenbleiber, Vorkämpfer, Dulder, Zweifler und Bereuer zu Wort und reflektieren kritisch das eigene im allgemeinen Leben. Stephan Krawczyk schreibt in seinem Beitrag: „Ich setzte mich hin, dachte nach, wie man die Umstände überlisten könnte, und kam doch immer wieder bei mir selber an.“ Je nachdem, wo man steht und wie man dorthin gelangt ist, kann jeder für sich selbst entscheiden: schuldig oder nicht? Das war früher so und ist heute nicht anders. Denn damals wie heute galt und gilt „Alle jammern, wie beschissen es ist. Aber daß es so beschissen ist, weil alle schön den Mund halten, das lassen die meisten gar nicht an sich ran.“ (Freya Klier)

Burnout der Wirtschaft

Wirtschaft im Erschöpfungszustand
ein Plädoyer für Wertewandel

Körper und Geist sind „ausgebrannt“. Erschöpfung, Leistungsabfall, Leere kennzeichnen den Prozess, in dessen Verlauf eine idealistische Begeisterung der Desillusionierung, Frustration und Apathie weicht. Das klinische Wörterbuch Pschyrembel bezeichnet diesen Zustand als Burn-out-Syndrom.
Während sich dieses Leiden immer mehr zur Volkskrankheit entwickelt, hat Peter H. Grassmann den Burn-out des Wirtschaftssystems diagnostiziert. Wer will ihm angesichts der aktuellen Wirtschaftskrise und verzweifelter Rettungsversuche nicht Recht geben?
Grassmann, einst Generaldirektor und Vorstandsmitglied für den Bereich Medizinische Technik bei der Siemens AG, ist in Thüringer Gefilden kein Unbekannter. Von 1995 bis 2001 war er als Vorstandsvorsitzender für die Sanierung und Neuausrichtung von Carl Zeiss in Oberkochen und Jena verantwortlich.
Seine Therapievorschläge, dem Burn-out Einhalt zu gebieten, sind in diesem Jahr im oekom Verlag als Buch erschienen: Burn Out: Wie wir eine aus den Fugen geratene Wirtschaft wieder ins Lot bringen.
Das Grassmann’sche Modell baut vor allem auf Dialog, an dem die gesamte Gesellschaft teilnimmt und der zu einem neuen Wertecodex führen kann, auch, um der Klimaverantwortung gerecht zu werden. Unternehmer und Vertreter der Wirtschaftsverbände sollen am Runden Tisch sitzen, ebenso sachkundige Wissenschaftler und NGOs (Non-Governmental Organizations, also Nichtregierungsorganisationen). Verantwortung übernehmen könne aber jeder Einzelne: „Denn wir als Verbraucher tun ja gerne so, als ob die Verfehlungen nur aus der ‚Marktwirtschaft‘ kämen, und meinen damit [...] die Wirtschaft und deren Manager. Aber das ist zu einfach. Für den Marktwirtschaftler liegt die große Macht beim Kunden, nur von ihm kommt das Geld.“
Das Bewusstsein, als Einzelner etwas tun zu können und nicht auf den Staat zu warten, dient auch einer Mitbestimmung der Zivilgesellschaft, die sich neben der Legislative, Exekutive und Judikative zur vierten Gewalt entwickeln könne. Wirtschaftliche und politische Arbeit seien sehr komplex, aber unvollkommen, wenn Bürger nicht eingebunden sind.
Peter H. Grassmann hat ein Buch vorgelegt, das erstaunt, obwohl es in den abgesicherten Fahrwassern des Ruhestandes verfasst wurde, denn die Wandlung hin zum nachhaltig denkenden Wirtschaftskritiker gelingt wohl den wenigsten Top-Managern. Auf 149 Seiten offenbart Grassmann ungeschönte Wahrheiten und hoffnungsvolle Ansätze.
Die Wirkung des Buches wird sich wahrscheinlich in Grenzen halten. Menschen, die empört sind, werden es lesen, wohl aber nicht diejenigen, die für Empörung sorgen. Um aus dem Dilemma heraus zu rudern, müssen allerdings alle Beteiligten in einem Boot sitzen.
Doch jeder neue Weg erfordert Wissen und Verständnis, hierzu kann das Buch sicherlich beitragen.

Urlaubsgrüße

Vier Tage Ostseeurlaub sind schon vorbei. Ein paar Impressionen gibt es hier.

Was tun, wenn die eigene Frau an der Melkmaschine stirbt und man die Arbeit auf dem Bauernhof nicht mehr allein schafft? Logisch, man fliegt nach Rumänien und holt sich ne neue Frau. „Sie sind ein schöner Mann“, ein toller und witziger Film, auch wenn er im Verlauf etwas schnulzig wird. Aber Frauen sind ja auch eine Zielgruppe ;-)

guil

„Ist jemand einer strafbaren Handlung für schuldig befunden worden, so können ihm auf Grund der Strafgesetze durch richterliches Urteil die Freiheit und die bürgerlichen Ehrenrechte entzogen und beschränkt werden. Bei besonders schweren Verbrechen kann er zum Tode verurteilt werden.“

Diese Textpassage ist der aktuellen hessischen Verfassung (Art. 21) entnommen. Um unsere Landleute brauchen wir uns trotzdem keine Sorgen zu machen, denn in Art. 102 des Grundgesetzes ist die Todesstrafe abgeschafft.
Wenn man die vergangenen Querelen im politischen Geschehen Hessens bedenkt, muss man sich nicht wundern, wenn „Köpfe rollen“ – allerdings doch eher im sprichwörtlichen Sinne.

Alt, älter, Althaus…

Huiuiui – in der 1. Disqualifikationsrunde im Thüringer Landtagswahlkampf  steht es im Spiel „Braun“ gegen „Schwarz“ 1:0 und andersrum (je nach Auslegung).
Die Wahlplakate der Christdemokraten zierte bisher unter anderem Zeca Schall. Der gebürtige Angolaner ist Integrationsbeauftragter der CDU-Landesregierung. Nachdem die NPD ankündigte, demnächst ein Gespräch mit Schall zu führen, um ihn zur „zur Heimreise“ zu animieren, sahen sich dessen Parteigenossen tatsächlich veranlasst, die Plakate kurzerhand zu überkleben.
Ein Schelm, wer Böses dabei denkt oder gar von eingezogenen Schwänzen spricht. Schließlich war die Plakat-Überklebe-Aktion die erste von drei geplanten Wellen der Wahlkampfstrategie, wie der CDU-Pressesprecher Heiko Senebald wahnsinnig plausibel erklärt.  Soso, die Strategie wurde wohl vorher mit der NPD ausgekaspert?

Apropos – nein nicht Kasper, sondern Wahlkampf – Dieter Althaus war wohl in der Denkmalpflege und hat sich (wie auch seine Mit- oder besser Gegenstreiter Matschie und Ramelow) modernisiert, indem er seine philosophischen Ergüsse regelmäßig twittert. Einige seiner Stilblüten will ich an dieser Stelle gern präsentieren:

„Nette Begegnung beim Wahlkampf in Sondershausen. Vor gut 200 Zuhörern sang ein Mädchen unser Thüringen-Lied für mich. Toller Einsatz!“
(13.8.)

Eine unheimliche Begegnung der dritten Art? Das tut echt weh. Schnulziger gehts kaum. Oder doch? (-> siehe Achim Mentzel)

„Übergabe Berliner Mauerstück als Freiheitsdenkmal für Thüringen. Unser Mut von 1989 hat Freiheit, Demokratie und Einheit gebracht!“
(13.8.)

Demokratie = Blockierung direkter Demokratie?

2005: Gesetzesentwurf zur Erleichterung von Bürgerbegehren in Thüringen scheitert an Stimmen der CDU
2006: CDU-Fraktion im Thüringer Landtag lehnt den Gesetzentwurf zur Entwicklung der direkten Demokratie auf kommunaler Ebene ab
2008: CDU beschließt mit ihrer Mehrheit im Landtag eine Änderung der Kommunalordnung, schafft damit die freie Unterschriftensammlung
ab und macht die Amtseintragung für Bürgerbegehren zur Pflicht

„90 Jahre Weimarer Reichsverfassung. Demokratie lebendig gestalten, Extremismus verhindern, für Freiheit begeistern. Auch am 30. August!“
(11.8.)

Ah ja, die erste Kostprobe, wie man Extremismus verhindert, haben wir ja erst kürzlich erlebt.  (-> siehe Zeca Schall: Fremdheit und Andersartigkeit wird kurzerhand überklebt, um rechtem Gedankengut keinen Nährboten zu bieten)

Bildungsland mit langer Tradition. Wir erinnern an 250. Geb. GutsMuths. Thüringen, Wiege der Kindergärten und Reformpädagogik – unser Weg!
(9.8.)

*Hust* Reformpädagogik – euer Weg?
- 2006 : Mittel für öffentliche Kitas werden um über 20 Mio € gekürzt
- 2009: Ländermonitor der Bertelsmann-Stiftung zeigt, dass in keinem anderen ostdeutschen Bundesland so wenig für die Bildung der Kinder bis zu 10 Jahren ausgegeben wird, wie in Thüringen
- Gemeinsames längeres Lernen und andere Ansätze für eine Bildungsreform werden von der Thüringer CDU kategorisch abgelehnt

Erfolgreiches Kindermedienland Thüringen. Freue mich über gute Entwicklung im Medienzentrum. Hochwertige Kindermedien, made in Thüringen!
(5.8.)

-> siehe Bernd das Brot

Zum WK in Rudolstadt mit Gerda Gabriel das Rennsteiglied gesungen – heimliche Thüringen-Hymne. Schön unsere Heimat, ich liebe Thüringen.
(4.8.)

Hoffentlich hat Florian Silbereisen das nicht gelesen, der müsste doch glatt Angst um seinen Job bekommen.
Was für eine Message. Zum Glück hat dieses Land keine Probleme. Und selbst wenn, mit einem Liedchen auf dem Lippen will unser aktueller Landesvater auch in Zukunft jede Hürde nehmen.
„Zupf die Fiedel, sind ein Liedel, lass die Sorgen all zu Haus…“

DFB-Pokalspiel Erfurt-Duisburg. Schade für Erfurt. Gut gespielt, reichte am Ende leider nicht. Gute Perspektive in Stadionfrage in EF und J!
(2.8.)

Die Unterstützung für den Bau eines neuen Erfurter Stadions wurde schon vor geraumer Zeit zugesichert. Pünktlich zur Wahl werden nun auch den blau-gelb-weißen Fans Märchen aufgetischt.

Ausgrabung von Bilzingsleben bei Sömmerda besucht – Weltsensation. Wünsche Chtristian Carius viel Erfolg. Jeder Wahlkreis wichtig.
(1.8.)

Jaja, die Wahlkreise sind wichtig, die Menschen natürlich nicht. Deutlicher gehts ja gar nicht, wo das Hauptaugenmerk der Althaus-Politik liegt.

Neue Stärke in der Krise – 20 Jahre Aufbau Ost. Erfolgreiche Entwicklung unseres Landes gibt Zuversicht und Kraft die Krise zu überwinden.
(29.7.)

Das letzte Sektentreffen hat seine Wirkung gezeigt. Tschaka, du schaffst es!

Man darf gespannt sein, was wir in den nächsten Tagan noch so alles zu lesen bekommen.

So, Schluss mit lustig. Und weil ich auf dieser Seite natürlich keine Wahlwerbung machen will, mein Aufruf an alle Thüringer:
Seid schlau, wählt blau!

wiel

Was nach einer Liebesschnulze klingt, ist mein Buch des Monats, wenn nicht sogar des Quartals ;-)

Herr W. bekommt unerwartete Post. Er wird zu einer Podiumsdiskusssion der Untergrunddichter der DDR eingeladen und fragt sich, ob denn nicht eine Verwechslung vorliegt, schließlich war er weder Dichter, noch im Untergrund. Nach einem Telefonat mit den Initiatoren wird er neugierig und fordert seine Stasi-Akte an. Beim Lesen entdeckt er Gedichte, die er als Jugendlicher geschrieben, aber irgendwann verbrannt hat. Die Stasi sammelte und interpretierte diese akribisch. Herr W. wurde zum Staatsfeind erklärt, dabei schrieb er diese Gedichte weder für den Widerstand noch gegen den Staat, sondern lediglich, um Liane zu imponieren, seiner Jugendliebe, die in München wohnte.
Wieland nähert sich der Thematik weder mit erhobenem Zeigefinder, noch neunmalklug nach dem Motto „Ich habe das Spiel damals nicht mitgespielt“. Er erzählt die Geschichte etwas ungläubig, mit einem amüsiertem Unterton, den man in 20 Jahren Nachwendebiographie entwickeln kann und mit Worten, die klingen und wirken und mich den Tag, da ich das Buch ausgelesen hatte, verfluchen ließen ;-)

Saalegrillbooten 2009

Das bisherige Highlight des (in meteorologischer Hinsicht leider noch nicht stattfindenden) Sommers war eindeutig das „Saalegrillboten“, ein lustiges Zusammentreffen von technologisch versierten, unternehmungslustigen und tupperdosensüchtigen jungen und junggebliebenen Menschen, die ihrem bedeutenden Hobby, dem Geocaching, fröhnten, die Saale entlangschipperten, nebenbei Bratwürste und Steaks verzehrten und ganz nebenbei dem eher unkooperativen Wettergott den Stinkefinger zeigten.

Ganz viele Bilder gibt es HIER !

Aus grün wird weiß

Neue Farbe, neues Glück. Über 200.000 km war unser Yaris treuer Begleiter auf den Straßen dieses Planeten. Aus gegebenen Umständen und dank staatlicher (und familiärer Förderung) haben wir nun einen neuen fahrbaren Untersatz.

Wehmütig räumten wir unseren langjährigen und zuverlässigen Partner...

Wehmütig räumten wir unseren langjährigen und zuverlässigen Partner...

... um kurze Zeit später und umso stolzer dem neuen Familienmitglied sein neues Zuhause zu zeigen.

... um kurze Zeit später und umso stolzer dem neuen "Familienmitglied" sein neues Zuhause zu zeigen.

Kurze Nahrungskette

kürzlich in Altenbug entdeckt

kürzlich in Altenbug entdeckt

Erstes Ziel unserer heutigen Tagestour war Goes.

Überraschenderweise steht hier eine Windmühle ;-)

Himmelblau ist er nicht, aber immerhin ein Trabant! Die Holländer haben Geschmack.

Nach einen Stadtrundgang stärkten wir uns mit leckeren Kibbeling. Wirklich ein leckeres Zeug!

Man sieht das Meer vor lauter Booten  nicht – ein Jachthafen kurz vor der Zeelandbrücke.

Kurz vor der Heimfahrt machten wir noch einen schönen Multicache. Die Kiste hing in einer Baumkrone auf dem Hof eines Landgutrestaurants, zum Herunterlassen musste man ein Zahlenschloss knacken. Die Broiler laufen hier noch gackernd rum :-)

Vom vielen Radeln am Vortag waren wir doch einigermaßen hinterngeschädigt. Man ist diese Art der Fortbewegung eben nicht mehr  gewohnt :-)

So schwangen wir uns ins bequeme Auto und fuhren durchs stürmische Westkapelle bis nach Zoutelande.

Der lange Spaziergang führte uns über Dünen und zu alten Bunkeranlagen.

Zum Abschluss des Tages machten wir eine 35-km-Tour durch 6 Dörfer im Herzen Walcherens, die alle durch einen Cache verbunden sind ;-) Die Google-Übersetzung zur Kirche in diesem Bild lautete: „Diese Kirche ist die Walcheren Landwirt. In diesem Bild, wenn es ist die dritte Stelle des Jahres.“
Die Originalsprache ist um Längen verständlicher als die meisten virtuellen Dolmetscher. Wir fanden an dieser Stelle aber die Statue einer Bäuerin und am Ende auch die Dose  ;-)

Tierisch unterwegs

Das Wetter lud heute dazu ein, sich auf unüberdachten Vehikeln fortzubewegen.

So schnappten wir uns Drahtesel und erradelten das Gebiet zwischen Oostkapelle und Domburg.

Einfach traumhaft, das zeeländische Küstengebiet.

Nach einer kurzen Vla-Pause…

… ging es weiter zum nächsten Cache. Ein moderner Schatzsucher hat niemals Feierabend!

Ältere Artikel »

Follow

Get every new post delivered to your Inbox.