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Archive for the ‘Veranstaltungen’ Category

„Nur wer träumt, ist frei.“ heißt ein Buch von E. W. Heine. Die Aussage ist umso schlüssiger, je länger man darüber nachdenkt. Wer fühlt sich schon wirklich frei? Frei von Zwängen, frei in den eigenen Entscheidungen, frei von Konsequenzen?
Es gibt Menschen, für die Freiheit nur ein Wort ist, das sie kaum imstande sind, zu definieren. Einer von ihnen ist Shin Dong-Hyuk, dem die Unfreiheit schon in die Wiege gelegt wurde. Geboren 1982 als Sohn politischer Häftlinge, wuchs er im nordkoreanischen Umerziehungslager Kaech’On auf. Mit sechs Jahren begann die Zwangsarbeit. Hunger, Gewalt, Willkür der Wärter, Folter und Hinrichtungen gehörten zum Alltag. Shin stand mit seinem Vater in der ersten Reihe, als seine Mutter und sein Bruder hingerichtet wurden. Mit 23 Jahren gelang ihm die Flucht aus dem Lager. Nicht der Freiheit wegen. Das Verlangen nach Essen, den Speisen, die er nur vom Erzählen der Mithäftlinge kannte, waren sein Antrieb. Im Dokumentarfilm „Camp 14 – Total Control Zone“ von Marc Wiese berichtet Shin, der heute als Menschenrechtsaktivist um die Welt reist, aus seiner Vergangenheit. Der Film zeigt einen erinnerungserschöpften jungen Mann, der still vor einer Treppe in seiner sparsam eingerichteten Wohnung kauert und nach Redepausen verlangt. Aber auch einen Mann, der acht Jahre nach seiner Flucht aus dem Lager noch nicht in der Freiheit angekommen ist, weil ihn die Abhängigkeit vom Geld zu sehr belastet. „Camp 14“ gewann fünf Filmpreise, war auf 30 Festivals zu sehen und auf Initiative der Attac-Regionalgruppe und des Kassablanca auch in Jena.

(Der Beitrag ist nachzulesen im NOTausgang, Nr. 3/2013.)

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Hans-Eckardt Wenzel und Antje Vollmer 2012 in der Stadtbibliothek Neustadt an der Orla

Hans-Eckardt Wenzel und Antje Vollmer 2012 in der Stadtbibliothek Neustadt an der Orla

Beim Blick in das Programm der IMAGINATA fiel mir eine Veranstaltung besonders ins Auge. Am 21. November kommt Antje Vollmer nach Jena, um ihr Buch „Doppelleben“ vorzustellen. Begleitet wird sie vom Liedermacher Hans-Eckardt Wenzel, der für musikalische Einlagen sorgt. Diese Mischung aus Musik und Text verspricht eine ganz besondere Wirkung.
Antje Vollmer widmet sich in ihrem Buch Heinrich Graf Lehndorff und dessen Frau Gottliebe. Deren Anwesen im ostpreußischen Steinort lag nur wenige Kilometer von Hitlers Wolfsschanze entfernt. Ein Flügel ihres Schlosses wurde ab 1941 von Reichs-Außenminister von Ribbentrop bewohnt. Gleichzeitig waren die Lehndorffs enge Vertraute des Kreises um die Hitler-Attentäter vom 20. Juli 1944. Ein gefährliches Doppelleben.
Beim Lesen des Buches fragte ich mich immer wieder: Warum ist dieses Kapitel des Widerstands so wenig bekannt und fand in der Aufarbeitung deutscher Geschichte bisher wenig Beachtung? Die Antwort darauf liegt wahrscheinlich in der weiteren Entwicklung der beiden Deutschen Staaten begründet. Die Lehndorffs mit ihrer aristokratischen Herkunft und dem hohen sozialen Status taugten nicht als Widerstandsidole im Arbeiter- und Bauernstaat.
In der BRD fand die Aufarbeitung der NS-Zeit nur marginal statt. Die 68er-Bewegung, in der Jugendliche ihre Elterngeneration kritisch be- und hinterfragten, bediente sich vorwiegend linken Ideologien. In diese passten die Lehndorffs ebenso wenig hinein.
Nun nach fast 70 Jahren leistet Antje Vollmer mit ihrer Doppelbiografie einen wichtigen Beitrag zur Aufarbeitung, den sie ihrem Publikum auch im direkten Kontakt gekonnt vermittelt.

(Der Beitrag ist nachzulesen im NOTausgang, Nr. 3/2013.)

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